Eyetronic-Therapie

Stefan Deininger @, Bensheim, Sunday, 22. November 2020, 15:50 (vor 247 Tagen) @ Daniela Ali

Das wundert mich nicht.
Ich bin seit über 30 Jahren im Low-Vision-Bereich tätig, habe diverse technische Hilfsmittel entwickelt und war u.a. für zwei Firmen, die sich der Elektrostimulation bei degenerativen Sehstörungen verschrieben haben u.a. beratend aber auch im Klinik- und Praxisaußendienst tätig.

In diesem Zusammenhang konnte/musste ich feststellen, dass im Gegensatz zu anderen "Disziplinen" in der Augenheilkunde die Elektrostimulation wie ein rosa Einhorn beäugt wird. Dabei gibt es für beide Therapien (Okuvision und EBS) Studien, die die Sicherheit und Wirksamkeit belegen.
Leider scheint vielen Ärzten die Zeit oder das Interesse zu fehlen, sich mit echten Alternativen auseinander zu setzen oder sie haben Sorge wegen der Kostenübernahme.
Hier muss man jedoch trennen. Eine risikoarme wirksame Therapie ist nicht schlecht oder unwirksam weil sie Geld kostet. Ich habe auch den Standpunkt einiger Ärzte nie verstanden, denn andere Leistungen werden bedenkenlos geigelt.

Speziell bei voranschreitenden Erkrankungen ist es ein Erfolg, wenn das Voranschreiten verlangsamt oder gestoppt werden kann. Gelingt es, geschädigte (nicht abgestorbene Zellen) durch Stimulation zu reaktivieren, ist das ein Gewinn, der bei beiden Therapien (Okuvision gegen RP sowie EBS gegen Glaukom) ein Zusatznutzen ist.

Man darf aber keine Wunder erwarten bzw. zu lange warten. Je früher man mit einer Therapie beginnt umso mehr therapierbares "Material" ist vorhanden. Wer zu lange wartet und erst startet, nachdem ggf. 90% der Zellen gestorben sind, kann vom Rest nicht mehr viel erwarten.

Ich betone an dieser Stelle, dass ich aktuell bei keinem der beiden Unternehmen in "Lohn und Brot" stehe. Ich habe jedoch die relevanten Studien gelesen, habe 2014 international Studienteilnehmer betreut und bin (vermutlich) weltweit der einzige Low-Vision-Spezialist, der für beide Firmen tätig war, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede kennt.

In dieser Funktion habe ich viele Patienten getroffen/gesprochen, die von den jeweiligen Therapien profitiert haben.

Das Problem ist nicht die Therapie. Das Problem sind nach meiner persönlichen Meinung die Bedenkenträger (Ärzte und Professoren) die sich nicht mit den Therapien und den Chancen auseinandersetzen. Viele haben Sorge oder Angst um deren wissenschaftliche Reputation.

Es gibt jedoch bei beiden Firmen entsprechende Fachzentren (Kompetenzzentren) wo man die Therapie anbietet. Fragen Sie dort ggf. nach Patienten, die die Therapie bereits gemacht haben.

Schlussbemerkung: Bei keiner Therapie gibt es eine Erfolgsgarantie. Ich selbst habe seit Sept/2020 die Diagnose Krebs bekommen und befinde mich seitdem in Behandlung (kurativ). Ich weiß, dass ich Glück haben kann und wieder gesund werde oder auch nicht. Ich weiß aber, dass die Heilungschancen und der Behandlungserfolg umso besser ist je früher und konsequenter man mit der Therapie beginnt.
Ärzte bitte ich an dieser Stelle ausdrücklich, Ihren Patienten diese Therapiemöglichkeiten nicht zu verschweigen. Wir sind mündige Patienten und können selbst entscheiden, ob wir die Kostenübernahme bei de Krankenkasse notfalls erstreiten oder privat finanzieren.

Stefan Deininger

PS: Ich schreibe hier ausschließlich als Privatperson und gebe meine persönlichen Eindrücke und Erfahrungen wieder. Mit den genannten Firmen habe ich keine privaten/beruflichen Kontakte mehr.


gesamter Thread:

 

powered by my little forum